Umweltfreundlicher Großformatdruck

Umweltfreundlicher Großformatdruck – Teil 2: Druckmedien aus Kunststoff

Manuel Kaufmann
am 14. Oktober 2014 - 9:12 Uhr

Es wird Zeit für den 2. Teil der Serie „Umweltfreundlicher Großformatdruck“. Wie schon im 1. Teil angekündigt, geht es diesmal um Druckmedien. Genauer: um Druckmedien aus Kunststoff. Unter anderem werden folgende Fragen beantwortet: Was ist so gefährlich an PVC? Gibt es überhaupt umweltfreundliche Kunststoffe?

Die Kunststoff-Pyramide von Greenpeace

Um die Umweltverträglichkeit der verschiedenen Kunststoffe richtig einschätzen zu können, ist die Kunststoff-Pyramide von Greenpeace sehr hilfreich. Der gefährlichste Kunststoff (PVC) steht ganz oben, wohingegen die umweltvertäglichsten Kunststoffe (Biopolymere) ganz unten stehen.

Warum ist PVC so umweltschädlich?

Wie der Name Polyvinylchlorid schon sagt, ist ein wichtiger Bestandteil des Kunststoffes das hochgiftige chemische Element Chlor. Dadurch verursacht PVC von seiner Herstellung bis hin zu seiner Entsorgung viele Umweltprobleme. Das Recycling ist durch die Vielzahl der Zusatzstoffe problematisch. Z.B. können bei der Verbrennung giftige Dioxine entstehen. Dioxin ist für den Menschen Krebs erregend, es wirkt im menschlichen und tierischen Körper wie ein Hormon und ist selbst in sehr geringen Mengen gesundheitsschädlich. Bei Weich-PVC kommt noch hinzu, dass gesundheitsschädliche Weichmacher freigesetzt werden.

Aus diesen Gründen ist es nur zu verständlich, dass sowohl Greenpeace als auch der BUND dringend raten, wann immer möglich auf PVC zu verzichten!

Was sind umweltfreundlichere PVC-Alternativen?

Eines vorweg: Leider gibt es keine 100-prozentig „grünen“ Kunststoffe (außer vielleicht Biopolymere – aber davon gibt es noch keine bedruckbaren Materialien). Das heißt, dass auch die folgenden Kunststoffe ihre Problemzonen haben. Aber sie sind auf alle Fälle umweltvertäglicher als PVC und daher aktuell eine beachtenswerte Alternative.

Polyethylenterephthalat (PET)

PET stammt aus der Familie der Polyester. Die Produktion dieses Kunststoffs ist nicht ganz unproblematisch, was die Umweltfreundlichkeit angeht. Aber dennoch verursacht PET laut dem Dänischen Technologieinstitut keine schwerwiegenden Umwelt- und Gesundheitsschäden. Auch bei der Entsorgung und beim Recycling gibt es im Vergleich zu anderen Kunststoffen Vorteile. So werden mit PET relativ hohe Recyclingraten erzielt.

Auch wir haben PET-Materialien in unserem Sortiment. Dazu gehört die Adhäsionsfolie, der Backlitfilm und der Pop-Up-Film. Außerdem bieten wir noch zwei Polyesterstoffe an: den Textilen RollUp-Banner und das Polyestertextil (beide zertifiziert nach Öko-Tex 100 Standard).

Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE)

Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) gehören zu der Gruppe der Polyolefine, die ohne Weichmacher auskommen. Die für die Herstellung von PP und PE verwendeten Rohstoffe Ethylen und Propylen gelten als relativ harmlos für die Umwelt. Das einzige Problem ist, dass Erdöl ihre Grundlage bildet. Dennoch: Im Vergleich zu PVC enthalten PE und PP weniger problematische Zusätze und bilden im Brandfall deutlich geringeres Dioxin. Bei der Deponielagerung gibt es kaum grundwasserschädigende Zersetzungsprodukte (Deponiesickerwasser). Diese Kunststoffe sind auch bestens für mechanisches Recycling geeignet.

Wir bieten zwei PP-Materialien an: die PVC-freie Selbstklebefolie (und das dazugehörige Laminat) und den PP-Film. Aus PE besteht der Tyvek-Banner (Siehe auch Blog-Beitrag: Tyvek – Ein umweltfreundliches Kunststoffvlies).

Warum bedrucken wir dennoch einige PVC-Materialien?

Eine berechtigte Frage. Leider gibt es von vielen Medien noch keine PVC-freien Alternativen. Dazu gehören z.B. die meisten Selbstklebefolien. Wir haben zwar eine im Sortiment, aber sie ist nur für sehr kurzfristige Anwendungen geeignet. Es gibt auch noch (sehr teure) PVC-freie Castfolien. Aber was alle Selbstklebefolien für den mittel- bis langfristigen Einsatz betrifft, muss man leider noch auf PVC-Folien zurückgreifen.

Ein zweiter Grund ist der Kunde. Viele Kunden scheuen sich davor, Alternativen auszuprobieren und greifen lieber zum Althergebrachten. So z.B. bei PVC-Bannern. Es gibt zwar einige Alternativen (z.B. Tyvek), aber es werden doch lieber die bekannten (und billigeren) Materialien genommen. Und da wir mit unserer Druckerei unseren Lebensunterhalt verdienen, müssen wir leider auch noch solche Produkte anbieten.

Fazit

Wo immer möglich sollte man also auf PVC-freie Druckmaterialien zurückgreifen. Alternativen gibt es bei einigen Medien. Sie bieten zwar keine Ideallösung, sind aber immer noch viel besser als PVC. Letztendlich liegt es an der Industrie, endlich wirklich umweltfreundliche Kunststoffe zu entwickeln. Bis dahin müssen wir leider mit dem klarkommen, was es auf dem Markt gibt. Aber alles ist besser, als nichts zu tun und weiter ohne nachzudenken PVC zu verwenden!

Im dritten Teil dieser Serie wird es dann um Druckmedien aus Papier gehen.

Quellen: Alle Informationen über die einzelnen Kunststoffe habe ich von www.greenpeace.org und www.bund.net zusammengetragen.

Link zum 1. Teil Link zum 3. Teil

Mit druckfrischen Grüßen - Manuel Kaufmann




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